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Sound of silence

Gestern haben wir ganz schoene Augen gemacht, als wir am Comosee angekommen sind.. irgendwie kamen wir uns sehr Zivilisationsscheu vor, so viel Tourismus, damit haben wir nicht gerechnet. Drum sind wir auch ganz schnell wieder weg, zum naechsten See, Lago de Piano, etwas hoeher gelegen, kleiner, ein Naturreservat laut Karte. Wir haben den Comosee also mit dem Boot ueberquert nach Menaggio und sind von dort zu Fuss hochgewandert nach Bene Lario, dem naechsten Ort, laut Karte. Dort wollten wir noch was essen, bevor wir uns einen Platz zum Schlafen suchen wuerden. Nachdem es dort kein Gasthaus onder Aehnliches gab, gingen wir direkt zum See. In einer Touri- Info stand, es soll dort einen Ex- Campingplatz geben mit oeffentlichem Strand dabei.

Das klingt gut, dachten wir. Nach einer laenger als gedachten Wanderung am Seeufer entlang kamen wir dann zu einem abgezaeunten Bereich mit verlassenem Campinganhaenger- der Campingplatz. Der oeffentliche Strand war ein kleiner Teil Wiese und ein Steg, sowie eine vor laengerer Zeit benutzte Feuerstelle... perfekt! Wir sammelten also Holz, das die Baeume immer wieder spenden, entzuendeten ein Feuer und kochten erstmal eine gute Polenta. Dann sassen wir am Feuer und genossen nach einer doch laenger gewordenen Wanderung die Daemmerung.

Als die ersten Fledermaeuse ueber uns kreisten, hoerten wir verschiedenste Geraeusche, die wir nicht sofort bestimmen konnten. Ploetzlich daemmerte es uns: neben den Nachtvoegeln, vermutlich Waldkaeuze und unbekannten nachtaktiven Nagetieren, vielleicht Baumschlaefer, hoerten wir aus allen Himmelsrichtungen Hirsche in ihrer Brunft. Sie roehrten teilweise nicht weit weg von uns, die ganze Nacht lang. Das wussten wir genau, auch wenn wir nicht genau einschaetzen konnten, wo die Hirsche waren, denn geschlafen haben wir nicht viel. Dieses Spektakel war so grossartig und spannend, dass wir uns entschieden, die Nacht durch das Feuer zu hueten und dieses einzigartige Erlebnis voll auszukosten.

Ein Hintergrundgedanke war auch, dass die Hirsche durch das Feuer vielleicht wissen, dass wir hier sind. Immerhin war der naechste Hirsch 50 - 100 m von uns entfernt und wir hatten beide zu wenig Erfahrung zu wissen, wie Hirsche in der Brunft auf schlafende Menschen in Schlafsaecken reagieren.

Es war eine wunderschoene Nacht am Feuer, den verschiedensten Geraeuschen zu lauschen und die Morgendaemmerung so intensiv mit zu erleben. Im ersten Licht des Tages lag noch Nebel ueber dem See und eine Runde Schwimmen half mir, den letzten Rest der Nacht wegzuwaschen, waehrend Juergen sich auf die Suche nach den immer noch roehrenden Hirschen machte. Mit strahlenden Augen kam er zurueck, nachdem er einen weiblichen und einen maennlichen Hirsch aus naechster Naehe zu Gesicht bekam. Natuerlich haben wir nun hunderte von Fragen ueber die Hirsche entwickelt, ebenso wie eine tiefe Dankbarkeit fuer dieses Erlebnis.

Ob Hirsche die Brunft nur waehrend der Nacht oder auch waehrend des Tages austragen? Wie lange dauert die Brunft? Wo treffen sich die Hirsche- sind das bestimmte Plaetze? ...

26.9.11 16:28


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Ueber Berg und Tal

Heute sind wir genau 2 Wochen unterwegs und schon einige Paesse weiter gekommen. Von Meran aus sind wir nach St Pankratz, ein Bergdorf auf 700m Seehoehe und haben uns dort in der Naehe erstmal einen Platz fuer die Nacht gesucht. am naechsten Tag sind wir dann unerwartet sehr steil sehr hoch hinauf gekommen, auf 1800 m zur Castrin Alm. Dort oben haben wir dann ein weiteres Lager aufgeschlagen, und da dort schon Lagerfeuerstellen waren, haben wir vermutet das sei dort erlaubt, so blieben wir gleich in der Naehe des Wanderweges. Schon war das Feuer entfacht und das Lager aufgeschlagen, da kam ein Jeep vorbei auf uns zu. Einer der beiden Maenner stieg aus, waehrend wir schon ueberlegten, mit welchen Worten wir es nun schaffen, ueber Nacht bleiben zu koennen. Juergen ging auf den Mann zu, der aber meinte nur, er schaue nur nach den Kuehen. Ja, Kuehe gab es genug dort, die mit ihren Glocken ein wunderbares Spiel spielten... Der Jeep fuhr weiter und wir hoerten die Maenner laut lachen und scherzen, waherend sie ueber die Almwiesen davonfuhren.

Am Morgen zogen wir weiter ins Tal hinunter, gingen so weit, bis wir muede wurden udn das naechste Lager war schon einiges tiefer, in einem Wald unter einer riesigen Buche. "Buchen sollst du suchen", dachte ich in der Nacht desoefteren, als die Donnerleute ueber uns drueber zogen. Genauer gesagt schienen sie sich im Kreis zu bewegen, die ganze Nacht lang. Dazu heftiger Regen, bei dem das Tab, eine Art Profiplane, gut getestet wurde, die uns ein kreisender Bussard zur Verfuegung stellte (DANKE!!!). Es hielt dem Regen stand und wir blieben trocken, fuers Erste.

Am naechsten Tag dann gingen wir weiter. versuchten es jedenfalls. Doch in nur 2 Stunden Wanderung waren wir plitschnass. Unser naechstes Ziel wa Malè, ein Dorf im Val di Sole, das Tal, das zum Passo del Tonale hinauf fuehren sollte. Ein Stueck des Weges nahmen uns zwei freundliche Italiener mit, ein anderes Stueck fuhren wir dann mit dem Zug. Und nachdem es in Malè immer noch in Stroemen regnete, nahmen wir uns dort ein Zimmer. Bed and Breakfast, die Dame vom Tourismusinfo hat es uns empfohlen, Villa Ginevra heisse es. Als wir dort ankamen, sagte uns eine junge Frau, sie habe eigentlich schon geschlossen, aber fuer eine Nacht koenne sie uns ein Zimmer geben, halt ohne Fruehstueck. Wir nahmen das angebot an und standen ploetzlich in einer Wohnung mit alten Moebeln eingerichtet, wirklich wie in einer Villa. Kueche, Bad, Schlafzimmer und Wohnzimmer waren dabei, wow! Wir breiteten alle Sachen aus und machten es uns bei Tee gemuetlich. Am naechsten Tag regnete es immer noch heftig und wir beschlossen, zu Mittag einen Bus auf den Pass hinauf zu nehmen. Da es bis oben hin geschneit hatte, wollten wir nicht in dieser Hoehe uebernachten, sondern von oben dann die Wanderung ins Tal fortsetzen.

Gesagt, getan. Im Bus auf einer wunderschoenen Strecke nach oben, bekamen wir fast einen Schock, als wir um die letzte Kurve vor dem Passo del Tonale bogen- Hochhaeuser, Hotels, Schilifte, alles voll bebaut auf 1800 m. Es sah alles total unwirklich aus. Es wirkte aloles verlassen, Zwischensaison, ein Hotel, eine Bar, ein Restaurant, wieder ein Hotel... und genau als wir oben angekommen waren, hoerte der Regen auf und Sonne blickte durch. Frohen Mutes wanderten wir talabwaerts, bis wir eine geeignete Stelle zum Uebernachten fanden. Ich war sehr muede und setzte mich auf ein Fleckerl noch feuchtes Gras, waehrend Juergen anfing das moeglichst trockenste Holz zu sammeln fuer ein Feuer. Da kam ploetzlich ein junges Reh vorbeii. Es hatte zwar ein Geweih, dies schien aber recht neu zu sein. Auch hatte es eine Markierung im Ohr. Es schaute immer wieder die Runde, stampfte auf dem Boden und kratzte seinen Kopf an den Straeuchern, an denen es vorbei kam. Es war keine 5 Meter von uns entfernt und wir verbrachten einige Zeit, es zu beobachten. Eine schoene Begegnung...

Ja, der naechste Pass war der Passo di Aprica, den wollten wir wieder zu Fuss gehen. Erst dachten wir, dies waere eine sehr gemuetliche Wanderung, aber die Strecke nach oben zog sich ganz schoen. Aprica liegt zwar nur auf 1200 m Seehoehe, aber dafuer gingen wir von Edolo mit etwa 500 m los. Auch in Aprica staunten wir nicht schlecht, wie sehr es bebaut war. Und nich mehr staunten wir ueber den Weg nach unten: Das Tal, in dem wir uns nun befinden, liegt auf nur 300 m Seehoehe, und vom Pass geht es sehr steil bergabwaerts.

Gestern kamen wir dann im Tal an und waren erstaunt ueber alles, was hier reichlich waechst: Kastanien, Walnuesse, Feigen, Aepfel, Kiwi, und viele kleine Gemuesegaerten formen die Landschaft... Gestern haben wir an einem Bergbach im Tal von Mittag an pausiert, um uns und die Waesche zu waschen, die Kastanien zu braten und unsere Schultern zu entspannen. Wow, ein Dank an diesen Bach, an all die Nachtkerzen, Koenigskerzen, Goldruten, Artimisa,... die dort wachsen und die uns schon eine zeitlang begleiten auf unserem Weg, wie viele andere wunderbare Pflanzen...

Nun folgen wir dem Fluss dieses Tales, sind heute in Sondrio und koennen ihm weiter folgen bis zum Comosee. In unserem Herzen all die Menschen, die uns in unserem Leben begleiten und ein grosser Dank an Mutter Erde fuer all die Schoenheit, an der wir teil haben duerfen...

(by Daniela)

 

 

 

23.9.11 18:47


Angekommen in Meran

Wir sitzen nun in einem Internetcafè in Meran, einer unserer Ansicht nach netten, aber sehr touristischen kleinen Stadt... aber?? Naja, nachdem wir aus dem Passeiertal hierher gewandert sind und sehr beeindruckt waren von einem Ort, der nur aus Hotels bestand, sowie gestern in St. Leonhard, wo man die Spuren alter Hoefe und Landwirtschaft sieht, ueberlagert von neuen Hotelbauten und Restaurants, fragten wir uns immer wieder, wie Tourismus eine Gegend beeinflussen kann...

Gestern sind wir vom Jaufental ins Passeiertal gewandert, eine wunderschoene Reise. Nachmittags kamen wir mit einem aelteren Mann um die 70 oder gar 80 ins Gespraech, der mit seiner Buckelkraxn am Ruecken, voller frischem Heu, haendisch abgeerntet, unterwegs war. Er grinste mit einem traurigen Auge, als er erzaehlte, wie sich die Gegend veraenderte, wie toll die Machinen waren, die sogar steilen Haenge mit den Eisenzacken in den Raedern bewirtschaften koennten. Man sah die Muehe immer noch in seinen Augen, waehrend er mit einem Laecheln erzaehlte, wie schwer die Arbeit war, als sie all dies noch haendisch machten. Und er wunderte sich ueber die Motorradfahrer, die den Jaufenpass auf und ab fahren jeden Tag im Sommer und fragte, wie die wohl leben koennen von dem Motorradfahren?!

Als wir den alten Roemerweg nach St. Leonhard entlang gingen, kamen wir an einem Kreuzerl vorbei mit der Aufschrift: "Es eilt die Zeit in Freud und Leid. Mensch mach dich bereit fuer die Ewigkeit." Wie intensiv alles wird, wenn man alles ergeht und nicht mehr erfaehrt... auf diese Weise nehmen wir alles wahr, wie die Gegend wechselt von 2000 m Seehoehe auf 600 m, wie die Doerfer sich aendern in der Naehe von kleinen Staedten, wie wir langsam in ein Staedchen wandern und alles mehr wird an Zivilisation.

Seit wir unsere Wanderung begonnen haben, sind wir stets irgendeinem Bach oder Fluus gefolgt, haben wir heute bemerkt. Dieses Rauschen tot so wohl und das Wasser hat uns durch verschiedenste Landschaften und Stimmungen begleitet, und uns immer wieder eine kuehle Erfrischung geschenkt.

Auch das Feuer begleitet uns, in den Abendstunden, unser Essen zu kochen und uns zu sammeln, ein grosser Dank an das Feuer, das immer auf wundersame Weise zu uns kam.

Gestern  Abend haben wir dann in der Naehe des Passeier Flusses uebernachtet, ein schoener und zugleich merkwuerdiger Platz. Es war ein Waldrand, begrenzt von einer Wiese in Richtung Osten udn von Wald bewachsenen steilen Felsen in Richtung Westen. Der Platz war frei von Gebuesch, wie eine Nische unter einem Fels, uneinsichtig fuer die Bewohner des nahen Ortes. Wir waren beschaeftigt mit Lager aufbauen, Holz holen und vor allem mit Feuer machen, das wir bisher immer duch Bowdrill entzuendeten. So ist uns gar nicht aufgefallen, dass ein naher Bauer die Kuehe auf die Wiese gelassen hat. Nach mehreren verzweifelten Versuchen, das Nest mit dem feinsten Zunder zum Brennen zu bringen, haben wir uns doch entschlossen, erstmals ein Streichholzfeuer zu machen. Nachdem wir gegessen haben und dem Tag gedankt, schluepften wir in den Schlafsack. Es war sehr warm und bald war ich wieder erwacht, da das Mondlicht stark schien und alles erhellte.

Juergen meinte, es waeren grade Kuehe hier gewesen und ich schaute mich um und sah ueberhaupt nichts. Ich sagte: "Da ist keine...", wir kicherten und schliefen weiter. Kurz darauf erwachten wir und waren umgeben von einer Herde von ca. 8 Kuehen, die uns anstarrten. Wir redeten ein bisschen mit ihnen und nachdem sie nicht reagierten, machte ich den Vorschlag das Feuer erneut zu entfachen, vielleicht gingen sie dann ja weg. Das machten wir und sogleich waren sie verschwunden. Doch die Nacht blieb seltsam an diesem Platz, als wuerde sich jemand grad unheimlich todlachen mit uns. Als wir heute weitergingen, kam kurz darauf ein Schild, wo die "Noggeler", oder so aehnlich, beschrieben waren, ein Volk von klienen Wichten, die sich gerne Scherze erlauben mit uns Menschen. Wir gingen schmunzelnd weiter.

Heute jedenfalls geniessen wir Zivilisation und Tourismus, Pizza und ein Bett,...

(by Daniela)

 

14.9.11 20:17


Jetzt gehts los...

 

...nach einem Tag der Vorbereitung. Unser Plan ist, morgen mit der Zillertalbahn los zu fahren, dann mit dem Bus weiter und von dort zu Fuß übers Joch nach Südtirol.

Die Rucksäcke voll gepackt und alles dabei, was man so glaubt zu brauchen, um draußen längere Zeit unterwegs zu sein. Schlafsack, Plane, Ersatzkleidung, Essen und Wasser und natürlich ein Feuerset.

Mit Dankbarkeit im Herzen, voller Neugierde und Spannung im Bauch gehts los, nur der Weg, der Augenblick vor uns und viele Fragen, wie... Wie reagieren wir auf das was kommt? Wie agieren wir, wenn wir nicht abgelenkt sind von dem, was ist? Welchen Pflanzen und Tieren werden wir begegnen unterwegs- und natürlich welchen Menschen? Wird Großvater Feuer brennen?

Es ist schön, das Leben zu spüren und ich freue mich schon sehr.
Danke an alle, die uns begleiten in irgendeiner Form. Danke an alle, von denen wir so viel lernen durften, mit denen wir verbunden sind. Danke an Mutter Erde, die uns alles gibt, was wir brauchen, um am Leben zu sein. Danke für all die Liebe, die uns umgibt. Danke für das Leben!

 (by Daniela)

8.9.11 22:24


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